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Muttermilch in der Kita

Es ist unumstritten, dass die beste Ernährung von Säuglingen in den ersten Monaten das Stillen ist. Muttermilch bietet gegenüber industriell hergestellter Nahrung viele Vorteile. Doch wie soll das Stillen funktionieren, wenn das Kind in einer Tageseinrichtung betreut wird? Eine Möglichkeit ist die Mitgabe von abgepumpter Muttermilch in die Kita. Generell stellt die Versorgung mit abgepumpter Muttermilch in der Einrichtung kein Problem dar, wenn bestimmte hygienische Maßnahmen durch die Eltern sowie der Kita beachtet werden. Dabei ist es wichtig die hygienischen Maßnahmen gemeinsam zu besprechen und schriftlich, ggf. im Betreuungsvertrag, festzuhalten. Muttermilch ist ein hochempfindliches Produkt und das Risiko, dass sich unerwünschte Keime entwickeln können ist hoch. Die Einhaltung der Kühlkette sowie einwandfreien hygienischer Zustand der Muttermilch minimieren das Risiko.
Wichtig: Eltern tragen die Verantwortung für den hygienisch einwandfreien Zustand der Muttermilch bis zur Abgabe in der Kita. Die Kita trägt die Verantwortung ab dem Zeitpunkt der Annahme.
Bislang liegen keine einheitlichen und umfassenden Empfehlungen für die Gemeinschaftsverpflegung vor. Den Kindertageseinrichtungen wird empfohlen mit der zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörde Kontakt aufzunehmen, ob in dem jeweiligen Bundesland entsprechende Auflagen existieren.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat zwei umfangreiche Merkblätter (für Eltern und Kita) mit Empfehlungen für den richtigen Umgang mit Muttermilch in der Kita veröffentlicht.

 

Tipps für den richtigen Umgang mit Muttermilch zu Hause:

  • Persönliche Hygiene: tägliches Duschen, gründliches Waschen der Hände und Fingernägel mit Wasser und Seife, Abspülen der Brust mit fließendem Wasser. (Desinfektionsmittel reduzieren den Keimgehalt der abgepumpten Milch nicht. Seife trocknet die Haut der Brust aus und kann zu Komplikationen führen).
  • Der erste Tropfen Muttermilch sollte aufgrund der hohen Keimbelastung vor jedem Abpumpen von Hand ausgestrichen und verworfen werden (gilt nicht für Kolostrum).
  • Achtsame Reinigung der elektrischen Muttermilchpumpe:
    • Pumpsets (Ansatztrichter, Schläuche und Sammelflaschen) werden mit warmem Seifenwasser gereinigt, mit klarem Wasser durchgespült und anschließend 3 Minuten ausgekocht. Die Desinfektion kann auch in einem Vaporisator erfolgen. Das Trocknen kann in einem Abtropfgestell mit Luftzufuhr oder einem sauberen Tuch erfolgen.
    • Luftschlauch und Überlaufflasche müssen einmal täglich wie die Flaschen gereinigt werden (nach Kontakt mit Milch sofort).
  • Flaschen werden nach dem Reinigen mit warmem Seifenwasser und einer Bürste klar gespült, danach 3 Minuten ausgekocht und anschließend in einem Abtropfgestell mit Luftzufuhr oder einem sauberen Tuch getrocknet.
  • Abgepumpte Muttermilch wird in Glasflaschen oder Plastikflaschen abgefüllt.
  • Spezielle Kunststoffbeutel eignen sich für den Gebrauch in der Gemeinschaftsverpflegung nicht, da sie wiederholt geöffnet und geschlossen werden. 
  • Die Abfüllung der abgepumpten Muttermilch erfolgt am Tag vor der Nutzung in der Kindertageseinrichtung, außer bei tiefgefrorener Muttermilch.
  • Eltern beschriften die Trinkflaschen nach dem Befüllen mit dem Datum, der Uhrzeit und dem Namen des Kindes.
  • Die Milch wird direkt nach dem Abpumpen im Kühlschrank (+4 °C bis +6°C) gelagert (wegen der höheren Temperaturen nicht im Fach der Kühlschranktür) oder tiefgefroren (-20 °C bis -40°C).
  • Muttermilch dehnt sich beim Einfrieren aus, deshalb wird ein Luftraum von ca. 2,5 cm belassen.
  • Frische Muttermilch muss innerhalb von 72 Stunden verbraucht werden. Zur Risikominimierung sollte die Milch in der Kindertageseinrichtung so schnell wie möglich verwendet werden.   
  • Tiefgefrorene Milch kann bis zu 6 Monate aufbewahrt werden. In der Kindertageseinrichtung ist ein zeitnaher Verzehr zu empfehlen.
  • Die Flaschen werden aufrecht stehend in einer Kühltasche mit dazwischen gelegten Kühlelementen transportiert.
  • Eine ununterbrochene Kühlkette ist einzuhalten.

 

Tipps für den richtigen Umgang mit Muttermilch in der Kita:

  • Kindertageinrichtungen messen und dokumentieren bei Lieferung der abgepumpten Muttermilch die Temperatur und kontrollieren das Datum und die Uhrzeit der Abfüllung. Abgepumpte Muttermilch wird in der Tageseinrichtung bis direkt vor der Verwendung im Kühlschrank (nicht in der Kühlschranktür) gelagert.
  • Frische Muttermilch ist im Kühlschrank maximal drei Tage haltbar. In der Gemeinschaftsverpflegung ist die Verwendung innerhalb eines Tages empfehlenswert.
  • Tiefgefrorene Muttermilch ist im Gefrierschrank maximal 6 Monate haltbar, sollte jedoch in der Gemeinschaftsverpflegung schnellstmöglich verwendet werden. (Das Tiefgefrieren kann zu einer leichten Farbveränderung der Milch führen, die jedoch keine Minderung der Qualität bedeutet.)  


  • Tiefgefrorene Muttermilch sollte in der Gemeinschaftsverpflegung im Kühlschrank langsam über 24 Stunden aufgetaut werden.
  • Aufgetaute Muttermilch wird nicht wieder eingefroren.
  • Aufgetaute, ungeöffnete Muttermilch sollte innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden. Nach dem Öffnen der Flasche verbleiben 12 Stunden zum Verbrauch.
  • Muttermilch wird erst direkt vor dem Füttern erwärmt.
  • Das Erwärmen erfolgt schonend, entweder schnell unter fließendem warmen (max. 37 °C) Wasser oder in einem Flaschenwärmer mit Warmluft.
  • Das Erwärmen in der Mikrowelle ist für Muttermilch ungeeignet, da punktuell zu hohe Temperaturen entstehen können, die den Nährwert der Muttermilch negativ beeinflussen.
  • Aufgetaute Muttermilch kann sich beim Erwärmen in eine wässrige und fetthaltige Phase trennen. Durch vorsichtiges Schwenken können beide Phasen wieder vermischt werden.
  • Die Ausgabetemperatur beträgt 37 °C.
  • Reste erwärmter Muttermilch müssen verworfen werden.