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Maßnahmen gegen Kinderarmut sind gewünscht und helfen
Auswertung und politische Einordung der Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Eltern im Zeitraum Dezember 2024 – Januar 2025 sowie Evaluation kostenloser Schulverpflegung in London zeigen, dass die Maßnahme einer kostenlosen Mittagsverpflegung weitere positive Effekte erzielen.Elternbefragung
Im Dezember 2024 und Januar 2025 hat forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH im Auftrag von Save the Children Deutschland e.V. eine Umfrage unter 1005 Eltern minderjähriger Kinder in Deutschland zum Thema Kinderarmut und sozialer Teilhabe durchgeführt.
Als eine der politischen Forderungen leitet „Save the children“ ab, dass jedem Kind in Deutschland eine qualitativ hochwertige und kostenfreie Mahlzeit in Bildungseinrichtungen angeboten wird. Dies deckt sich mit den Forderungen des Bürgerrats Ernährung im Wandel.
So stimmen 88 Prozent aller Befragten der Aussage zu, dass Kinderarmut ein drängendes Problem sei, das die nächste Bundesregierung vorrangig angehen solle. Auch bei der Betrachtung der einzelnen Einkommensgruppen liegen die Zustimmungswerte durchgängig bei über 80 Prozent.
Einzel-Ergebnisse der unteren Einkommensgruppen
Die Eltern aus der untersten Einkommensgruppe (unter 3000 Euro monatliches Haushaltsnettoeinkommen) geben zudem an, aus finanziellen Gründen sehr oder eher häufig auf den Kauf von gesunden und ausgewogenen Lebensmitteln zu verzichten, zudem zeigt sich in dieser Einkommensgruppe auch, dass die Kinder viel häufiger traurig sind oder sich ausgeschlossen fühlen, weil sie aus finanziellen Gründen zum Beispiel nicht an bestimmten Freizeitaktivitäten oder Hobbys teilnehmen können. Dieser Unterschied deckt sich mit wissenschaftlichen Befunden, die aufzeigen, dass Armut die psychische Gesundheit von Kindern gefährdet: Das Risiko psychisch zu erkranken ist laut Deutschem Jugendinstitut (DJI) bei Kindern aus finanziell benachteiligten Familien zwei bis drei Mal so hoch wie bei Kindern, deren Eltern einen hohen sozioökonomischen Status haben.
Evaluation
Mit einer Sofortmaßnahme hat die Stadt London Anfang 2023 auf die Belastung von Familien durch die stark gestiegenen Lebensmittelpreise reagiert: Für Grundschulkinder staatlicher Schulen war die Schulverpflegung im Schuljahr 2023/24 kostenlos. Eine Evaluation zeigt positive Auswirkungen, die über die eigentliche Mahlzeitenversorgung hinausgehen. Die Eltern bemerken, dass sich die Kinder im Unterricht besser konzentrieren können, mehr Freude an der Schule haben und die Kinder ein verbessertes physisches Wohlbefinden haben. Die Ergebnisse können Sie im Bericht des NQZ nachlesen, so unterstützt das kostenlose Grundschulessen das Haushaltseinkommen in manchen Fällen sogar erheblich, insbesondere bei Familien, die sonst über der Förderungsgrenze liegen.
Daraus leiteten die Fachleute ab, dass der Zugang zu kostenlosen Schulmahlzeiten auf bedürftige Familien und auf einen universellen Ansatz für Schulessen dringend zu empfehlen ist. Zudem zeigte sich, dass das Ausmaß der Beteiligung der Schulleitung an der Schulverpflegung und die Unterstützung durch ein qualifiziertes Catering-Team, wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen sind, insbesondere um sicherzustellen, dass das Essensangebot den Bedürfnissen aller Kinder besser entspricht.
Die Evaluation ergab auch, dass es den Schulen leichter fiel, die Maßnahme umzusetzen
wenn sie mehr Unterstützung, Schulung und Anleitung erhielten.
Von guter Verpflegung profitieren alle!
Die DGE-Qualitätsstandards für Kita und Schule unterstützen alle, die für das Verpflegungsangebot in den Einrichtungen verantwortlich sind. Neben dem Personal und Trägerverbänden sind dies auch Eltern und Elternvertreter*innen sowie Essensanbietende.
Ob Kita-Kinder, Schüler*innen, Essensanbietende, Schulträger*innen, Umwelt oder Klima: Von einer Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards und damit vom Angebot einer gesundheitsfördernden und nachhaltigeren Verpflegung können alle profitieren. In der Rubrik „Nutzen“ erfahren Sie für die Kita bzw. Schule nach einzelnen Akteuer*innen aufgelistet welche Vorteile, die Umsetzung bringt.
Sie sind noch unentschlossen? In unseren Factsheets erfahren Sie auf einen Blick, warum sich die Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards zur Verpflegung in Kita und Schule lohnt!
Praxistipps für die Umsetzung
In unserer Rubrik „Für die Schule“ finden sich viele gute Praxistipps zur Beschaffung, den verschiedenen Ausgabe- und Verpflegungssystemen und zur Gestaltung der Essumgebung und Essatmosphäre.
Für die Kitas sind in der Rubrik „Gestaltung der Verpflegung“ zahlreiche Tipps zur Speiseplangestaltung, Zubereitung und Kriterien für die Lebensmittelauswahl.
Studien:
https://www.savethechildren.de
