Mittwoch, 08.07. 2020
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Wie Kinder Gemüse lieben lernen

Ein Verpflegungskonzept mit Gemüsebeet.

© INA.KINDER.GARTEN

Der unlängst veröffentlichte Ernährungsreport 2020 gibt an: Ein knappes Drittel der Befragten kocht derzeit häufiger selbst als vor der Corona-Krise. Gut ein Viertel isst auch öfter gemeinsam mit den Angehörigen. Jede fünfte befragte Person gab laut der jährlichen Umfrage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft an, häufiger mit anderen Personen gemeinsam zu kochen.

Zwei Prinzipien klingen hier an, die übersetzt auch für die Verpflegung in Kitas, wichtig sind: Essen in Gemeinschaft erleben und Kinder schon im Vorfeld bei der Vorbereitung beteiligen. So werden die Kinder intensiver an eine vollwertige und überwiegend aus Gemüse und Obst bestehende Ernährung herangeführt.

Entsprechend haben Kitas dazu eigene Vorgehensweisen in ihre Verpflegungskonzepte eingebunden. Beispiel: INA.KINDER.GARTEN (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.inakindergarten.de). Zu diesem Träger in Berlin gehören 20 Kitas, in denen nach dem DGE-Qualitätsstandard pflanzenbetont gekocht wird – Fleisch gibt es selten: nur einmal in der Woche, dafür aber in guter Qualität. Den Kindern Gemüse nahezubringen, fördert die Kita mit einem ausgefeilten Ernährungskonzept.

Dazu gehört zum Beispiel, dass die Kinder täglich neugierig auf das Gemüse und Obst werden sollen, das im aktuellen Speiseplan vorkommt. Es liegt deshalb zum Fühlen, Riechen und wahlweise auch zum Probieren im Foyer aus. Die Kinder werden außerdem regelmäßig in einem eigenen kleinen Beet eingespannt, wie die Kinderpädagogin Steffani Sand-Wolfram schildert: „Wir haben mit der Ackerdemia e. V. (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ackerdemia.de) gemeinsam einen Gemüseacker angebaut. Dort lernen die Kinder, dass nicht alles aus dem Supermarkt kommt, sondern dass alles auf dem Beet angebaut werden muss.“

Die Kinder helfen, die Pflanzen in die Erde zu setzen und sie zu pflegen und beobachten, wie sie sich bis zur Ernte verändern. Die Früchte verarbeiten sie ab und zu in kleinen Gerichten: „Je nach Jahreszeit und Auswahl suchen wir uns die Zutaten zusammen und machen auch mal eine Gemüsespeise selbst – ernten wir zu reichlich, dann organisieren wir mit den Kindern einen Gemüsemarkt für Eltern“.

Weitere Hinweise zur Bedeutung der Ernährungsbildung enthält Kapitel 3.2 im DGE-Qualitätsstandard für die Kita-Verpflegung: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.fitkid-aktion.de/dge-qualitaetsstandard/nutzen/

Mehr zum Thema finden Sie auch beim Nationalen Qualitätszentrum für Ernährung in Kita und Schule: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.nqz.de/kita/ernaehrungsbildung/