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Übergang von der Kleinkinderernährung zur Erwachsenenkost

Für das Kleinkind ist es ein großer Unterschied, ob es gefüttert wird oder selbst isst. Die Fähigkeit zur eigenständigen Nahrungsaufnahme muss im Hinblick auf die motorischen Fähigkeiten erst gelernt werden. Zudem bedeutet der Verzehr von fester Nahrung im Gegensatz zur Breikost eine Umstellung, an die es sich allmählich gewöhnen muss. Im Folgenden finden Sie wichtige Hinweise zur Ernährung von Kleinkindern und passende Tipps zur Übergangsphase.

Trinkflasche

Abgewöhnen von der Milchflasche

Oftmals bekommen Kleinkinder, die morgens sehr früh aufwachen, zunächst noch Muttermilch oder eine Flasche mit Säuglingsmilch als erste Mahlzeit. Abends gibt es meist vor dem Schlafengehen eine weitere Milchflasche. Spätestens ab dem ersten Geburtstag sollte jedoch mit der Entwöhnung von der Flasche begonnen werden. Selbst zuckerfreier Inhalt wie Wasser oder ungesüßter Tee schaden den Zähnen und dem Kiefer. Problematisch ist nämlich nicht nur der Flascheninhalt sondern auch das Nuckeln an sich.
Eine Entwöhnung könnte so aussehen:

1. Die Flasche nur noch morgens und abends geben (Flaschenmahlzeit nach max. 15 Minuten beenden), ansonsten die Flasche durch ein Glas ersetzen.

2. Nach einer Woche nur noch morgens oder abends eine Flasche reichen, die andere wird durch ein Glas Milch ersetzt.

3. Nach einer weiteren Woche wird das Glas Milch durch ein ausgiebiges Morgen- bzw. Abendritual ersetzt (z.B. Vorlesen einer Geschichte).

Wichtig: Krankheits- oder Entwicklungsphasen sind ungünstig zur Entwöhnung.

  • Die eine Flasche, die das Kleinkind noch bekommt, könnten Sie beispielsweise auf einem Wochenendausflug oder einer Urlaubsreise „vergessen“.
  • Ist das Kind von der letzten Flasche entwöhnt, sollte diese auch konsequent weg bleiben.

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Gabel, Messer und Löffel

Selbstständiges Essen und der Einsatz von Besteck

Kleinkinder sind neugierig und möchten alles ausprobieren. Dazu gehört auch das eigenständige Essen. Der Übergang vom Füttern zur selbstständigen Nahrungsaufnahme funktioniert jedoch nicht von heute auf morgen. Die Fingerfertigkeiten sowie der Umgang mit Besteck müssen zunächst erlernt werden. Daher darf auch mal mit den Fingern gegessen werden. Der Vorteil ist, dass das Kleinkind so trotzdem schon eigenständig essen kann und nicht schnell ungeduldig wird.

Lernt ein Kind den Umgang mit Besteck, sollte zunächst ein kindgerechtes, kleines mit dicken Griffen ausgewählt werden. Mit einer Gabel die Nahrung aufzunehmen, ist anfangs manchmal sogar leichter als mit einem Löffel. Eigenständiges Trinken wird besser direkt mit einem richtigen Glas gelernt. Dies ist stabiler als ein Plastikbecher, sollte jedoch zunächst nur halb gefüllt sein.

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Fester Mahlzeitenablauf, gemeinsame Mahlzeiten

Wie wichtig Rituale für Kinder sind, ist an mehreren Stellen deutlich geworden. Möchten Sie noch andere Situationen außer der Mahlzeitenaufnahme kennen lernen, bei denen Sie Ihren Kindern durch feste Abläufe Sicherheit bieten können? In dem Buch „Kinder lieben Rituale“ finden Sie zu diesem Thema weitere Anregungen und Informationen.

In den ersten Lebensjahren werden die Grundlagen für Gewohnheiten gelegt, die später schwer zu ändern sind. Dies gilt auch für die Mahlzeitengestaltung. So spielt beispielsweise das gemeinsame Essen – egal ob in der Kita oder zuhause – eine prägende Rolle.

Um das Kleinkind an feste und gemeinsame Mahlzeiten zu gewöhnen, sollte es nicht nur die Hauptmahlzeiten, sondern auch die Zwischenmahlzeiten gemeinsam mit mindestens einem Erwachsenen bei Tisch einnehmen. Wenn möglich, sollte jeweils zur gleichen Tageszeit gegessen werden. So findet sich das Kind sicher im Tag zurecht. Ein zusätzlicher Rahmen wird der Mahlzeit verliehen, indem ein Tischspruch oder ein Gebet vor dem Essen gesprochen oder ein Lied gesungen wird. Dann kommen alle zur Ruhe und stimmen sich auf die Mahlzeit ein.

Bei den einzelnen Mahlzeiten ist somit zum einen wichtig, dass diese einen Beginn und ein Ende haben. Zum anderen sollte beim Essen nicht gespielt werden. Nur so erkennt das Kleinkind eine feste Mahlzeitenstruktur. Gleichzeitig wird einem Daueressen vorgebeugt.

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